Home Office: sind Arbeitnehmer zur Zeiterfassung verpflichtet?

Im Rahmen unseres Live-Webinars haben wir mit RA Dr. Marc Maisch zur Arbeitszeiterfassung im Home Office gesprochen. Sind Arbeitnehmer zur Zeiterfassung verpflichtet?

Im Rahmen unseres Live-Webinars haben wir mit RA Dr. Marc Maisch zur Arbeitszeiterfassung im Home Office gesprochen. Sind Arbeitnehmer zur Zeiterfassung verpflichtet?

Wo sind die Vorschriften zur Arbeitszeiterfassung definiert?

Die Verordnung einer Arbeitszeiterfassung ist im Arbeitszeitgesetz (ArbZG) und die Vorschriften zum Umgang mit entsprechenden Daten im Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) festgehalten.

Im Arbeitsgesetz ist auch die Arbeitszeiterfassung festgehalten. Dazu heißt es im § 16 „Aushang und Arbeitszeitnachweise“:

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die über die werktägliche Arbeitszeit des § 3 Satz 1 hinausgehende Arbeitszeit der Arbeitnehmer aufzuzeichnen und ein Verzeichnis der Arbeitnehmer zu führen, die in eine Verlängerung der Arbeitszeit gemäß § 7 Abs. 7 eingewilligt haben. Die Nachweise sind mindestens zwei Jahre aufzubewahren.

Eine richtige Arbeitszeiterfassung ist also Pflicht. Dies hat jedoch nicht eine minutiöse Überwachung der Arbeitnehmer zum Ziel; vielmehr geht es darum, dass die höchstzulässigen täglichen Arbeitszeiten von acht Stunden bzw. der wöchentlichen 40 Stunden nicht überschritten werden.

Was sagt das EuGH-Urteil zur Arbeitszeiterfassung?

„Im Mai 2019 hat der EuGH entschieden, dass die Mitgliedstaaten Arbeitgeber verpflichten müssen, ein objektives, verlässliches und zugängliches System einzurichten, mit dem die Arbeitszeit der Arbeitnehmer erfasst wird. Das deutsche Arbeitszeitgesetz sieht das bisher nicht vor (außer dann, wenn mehr als 8 Stunden pro Tag gearbeitet werden) und muss entsprechend geändert werden, was aber noch nicht geschehen ist. Schon jetzt entfaltet die Entscheidung aber Wirkung für die Arbeitsgerichte, sollte es um entsprechende Fragen gehen. Weitere Informationen zum EuGH-Urteil und seinen Rechtsfolgen gibt es im Rechtsgutachten.

Wenn ihr weitere Fragen dazu habt meldet euch gern bei uns oder direkt bei RA Dr. Marc Maisch.

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