#worklifeflow mit New Work Experte Kay Mantzel

Kay ist New Work Experte und beschäftigt sich sehr viel mit der Zukunft der Arbeit. Zum Tag 4 in Quarantäne erklärt er, welche Aspekte für ihn in der aktuellen Diskussion um das Home Office wesentlich sind.

Als Experience Lead bei Microsoft verantwortet Kay Mantzel alle Erlebnisse der Kunden und Partner in der Microsoft Deutschlandzentrale in München Schwabing. Kay ist New Work Experte und beschäftigt sich sehr viel mit der Zukunft der Arbeit. Zum Tag 4 in Quarantäne erklärt er, welche Aspekte für ihn in der aktuellen Diskussion um das Home Office wesentlich sind.

Martina ist Projektmanagerin in der Personalmarketing und Employer Branding Agentur TALENTS. Sie kennt Kay durch die Schule, da deren Kinder jeweils in die gleiche Klasse gehen. Von Kay’s Arbeit und den Vorzügen des Microsoft Gebäudes durfte sie sich schon im Rahmen des „Hearts & Minds“ Barcamps überzeugen. Das Büro ist grundsätzlich für die Öffentlichkeit zugänglich und jeder (Externe) willkommen, von dort zu arbeiten. So ist Kay oft im Foyer zu antreffen - zum einen wegen dem sehr guten Kaffee und zum anderen aufgrund der Möglichkeit, viele unterschiedliche Menschen aus dem ganzen Unternehmen zu treffen.

Kay’s Alltag ist bestimmt von der Arbeitswelt der Zukunft und dem Arbeiten an verschiedenen Orten. Diese beiden Aspekte erleben Kunden und Partner live in Kay’s Workshops und Terminen. Seine Arbeitsweise hat sich für ihn seit der Coronakrise kaum verändert. Viel stärker tritt für ihn und für viele andere Menschen die persönliche bzw. familiäre Situation in den Vordergrund.

Bei Microsoft hat sich mit dem Umzug in die Räumlichkeiten der Deutschlandzentrale der Begriff bzw. Hashtag #worklifeflow etabliert und damit den Begriff „Work-Life-Balance“ abgelöst. „Work“ und „Life“ stehen sich in diesem Konstrukt gleich schwer gegenüber und daher wird man immer versuchen, diese auszubalancieren. Kay erklärt, dass das eigentliche Bestreben jedes Menschen jedoch vielmehr ist, dem Privatleben mehr Gewicht zu geben. Es ist uns wichtiger und damit herrscht ein Ungleichgewicht. Aus diesem Grund entstand der Begriff des worklifeflow. Anhand des Flusses des persönlichen Lebens sollte sich alles orientieren. Ziel ist, in einen sogenannten Flow Status zu kommen, also das komplette, hochkonzentrierte Abtauchen in eine Tätigkeit. Damit geht einher, dass man den Arbeitsort völlig frei bestimmen kann. Im Microsoft Gebäude werden dafür unterschiedliche Arbeitszonen angeboten. In komplett ruhigen Bereichen wird nicht gesprochen, es gibt aber auch Orte, an denen man ganz bewusst das eigene Projektteam treffen und sich austauschen kann.

Durch die Schulschließung ergibt sich eine neue Situation, denn plötzlich sind auch Kinder Teil unserer Home Office Realität. Hinzu kommt, dass meist zwei Personen gleichzeitig im Home Office arbeiten und Arbeitsplätze benötigen. Kay hat dafür kurzerhand den Tisch aus dem Campingbus geholt, aus dem er sonst auch gerne arbeitet. Zu seinem Alltag gehören jetzt zusätzlich die Hausaufgaben seines Kindes. Er ist sehr flexibel und das kommt ihm jetzt zugute, da er sich bei Bedarf auch mehr Zeit für sein Kind nehmen kann.

Kay sagt, dass die Unternehmen und die gelebte Arbeitskultur jetzt mehr Flexibilität geben müssen. Es wird nicht mehr funktionieren, 8 Stunden am Stück zu arbeiten und eine halbe Stunde Mittagspause zu machen. Die Realität im Home Office ist für viele Menschen eine andere und geht einher mit einem größeren Freiraum als bisher.

Selbstverständlich stellt sich die Frage, ob sich nachhaltig etwas verändern wird? Kay ist sich noch unschlüssig, denn es gab auch schon vorher viele Jobs, für die es theoretisch die technologischen Möglichkeiten für Remote-Arbeiten gegeben hat. Fest steht, dass sich für einen nachhaltigen Wandel auch auf Managementebene und der Führung etwas verändern muss. Es wird sich zeigen, ob der Wandel nach den Einschränkungen durch Corona auch in den Köpfen stattgefunden hat, oder das dezentrale Arbeiten lediglich Mittel zum Zweck war.


Für seinen persönlichen Worklifeflow hat Kay uns ein paar Tipps genannt:
  • Kommunikation; z.B. regelmäßige, virtuelle Coffee-Talks, in denen man sich etwas Privates erzählt und sich austauscht
  • Struktur; sowohl im Alltag (mit Kind), als auch beim Stundenplan im Home Schooling
  • Spaß bei der Arbeit; nachdem Kay unzählige Home Offices in den Social Media gesehen hat, zieht er für ein Teammeeting auch mal eine seiner „Bad Taste“ Krawatten aus dem Keller
Kay's Krawatten Kollektion



Beim Thema Home Schooling hat sich Kay zunächst kaum Gedanken gemacht, weil er schon bisher von Zuhause bzw. Überall arbeiten konnte. Er hatte gelesen, dass Kinder sich ungefähr doppelt so lange konzentrieren können, wie sie in Jahren alt sind. Das hat er in dem Stundenplan seines Kindes berücksichtigt und damit schafft er Freiheiten, um auch spontan umzuorganisieren. Da er seinem Kind trotzdem viel Unterstützung geben muss, hat er Tätigkeiten, bei denen er sich stark konzentrieren muss, auf abends verlegt.

Die digitalen Medien zur Wissensvermittlung sieht er im Grundschulbereich noch nicht, aber an den weiterführenden Schulen. So gibt es auch viele Schulen und Partner, die das (bis 2012 kostenlose) Microsoft Teams implementieren. An den Schulen selbst wird sich in Zukunft viel ändern. Es wird mehr Möglichkeiten geben, sich auszutauschen - auch zwischen Schule und Eltern. Auch folgt ein Umdenken, wo vorher viele Sicherheitsbedenken einen Weiterentwicklung in Richtung digitale Schule behindert haben.

Die Corona Krise sieht Kay mit Sorge, es ist definitiv dramatischer als zunächst angenommen. Was ihm jedoch sehr gut gefällt, ist die Rückbesinnung auf die Werte unserer Gesellschaft. Solche Lösungen wären vorher undenkbar gewesen, jetzt ist eine Kultur des Helfens entstanden. Hier ein paar Beispiele:

  • unbürokratische Lösungen wie das Kurzarbeitergeld
  • Mitarbeiterswopping bei McDonalds und Aldi; Mitarbeiter von McDonalds Filialen arbeiten in Aldi Filialen.Unternehmen, die in der Krise nicht die herkömmlichen Güter produzieren, aber dafür stark benötigte Güter wie Desinfektionsmittel produzieren
  • Textilfirmen produzieren Masken anstatt Kleidung


Einen Lieblings-Arbeitsort hat Kay nicht, er schätzt es einfach, ständig von einem anderen Ort arbeiten zu können. Je nachdem, was am besten zu seiner Arbeitssituation passt. Das kann sein VW Bus aber auch ein Zug sein. Selbstverständlich kommt er zu einem Kundentermin auch mal persönlich, wenn er vor Ort gebraucht wird. Ihm ist jedoch sehr wichtig, dass er die Freiheit hat, frei zu entscheiden, von wo aus er arbeitet.

Kay’s Sichtweise der Dinge zum Home Office in der aktuellen Coronasituation waren auf alle Fälle Augen-öffnen. Einige Tipps kann man schnell umsetzen und vieles andere regt zum Nachdenken an. Wir würden uns auf alle Fälle wünschen, dass das verteilte Arbeiten, New Work und allgemein der worklifeflow auch noch nach der Coronakrise in den Unternehmen beibehalten werden.

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